Der Shiba

Charakter und Wesen:
Der Shiba Inu (was soviel wie „kleiner Hund“ bedeutet) ist die Kleinste der japanischen Rassen, und wahrscheinlich auch die älteste. Wie neuzeitliche Knochenfunde belegen, ist diese Rasse über 8000 Jahre alt, also eine der ältesten Rassen überhaupt. Bis heute hat der Shiba sein äußeres Erscheinungsbild erhalten können, ohne dass der Mensch ihn in irgendeiner Form nachhaltig verändert hat.

Als der englische Jagdsport in Japan Einzug hielt, ergab sich auch zwangsläufig die Einkreuzung von den eingeführten Rassen, wie Pointer und Settern. Bald schon gab es so gut wie keine reinrassigen Shibas mehr. Erst als sich im Jahre 1928 einige Menschen für die Erhaltung der Rasse durch Reinzucht einsetzten, war es möglich, dass man die wenigen übrig gebliebenen Shibas aus dem ganzen Land zusammenführen konnte, und so im Jahre 1932 der erste Shiba in Japan registriert wurde. Der Rassestandard für den Shiba Inu wurde 1934 in Japan festgelegt. Und schließlich wurde im Jahre 1937 der Shiba Inu zum Naturdenkmal Japans erklärt.

Der Shiba ist ein intelligenter, mutiger und vorsichtiger Hund, der immer sehr würdevoll und stolz durchs Leben geht. Bei einer Widerristhöhe von 37 – 40cm (+/- 1,5cm) ist der Spruch: „ein Shiba Inu ist ein kleiner Hund mit dem Geist und dem Herzen eines großen Hundes“ voll zutreffend. Sein Wesen ist lebhaft, unternehmungslustig, anhänglich, aufmerksam, immer freundlich und Fremden gegenüber eher etwas reserviert. Dies sind nur einige seiner Wesenszüge, ich könnte noch einige Zeilen füllen! Er ist von Natur aus robust und witterungsunempfindlich. Einem Shiba sagt man nicht umsonst „katzenähnliche“ Sauberkeit nach, er ist nicht selten mit Fellpflege beschäftigt. Außerdem hat der Shiba so gut wie keinen Eigengeruch. Wer jemals einen nassen Hund gerochen hat, der weiß von was ich rede. Die feine Unterwolle seines Fells, verbunden mit dem geraden Deckhaar, lässt den Shiba wie ein Plüschtier erscheinen.

Wer den Shiba mit viel Liebe und Verständnis für den speziellen Charakter erzieht, wird uneingeschränkte Freude mit ihm haben! Hat man es geschafft, die richtige Verbindung zu seinem Shiba aufzubauen, erfährt man ein gigantisches Vertrauen. Seine Ausstrahlung, und seine Ruhe und Gelassenheit, genauso wie die Fähigkeit „über“ den Dingen zu stehen, machen ihn zu einem Wegbegleiter der seinesgleichen sucht!

Allgemeines Erscheinungsbild:

  • wohlproportionierter kleiner Hund
  • sehr muskulös und von gutem Knochenbau
  • Konstitution kräftig
  • seine Bewegung ist lebhaft, frei und schön

Wichtige Proportion:

  • das Verhältnis von Widerristhöhe zur Körperlänge ist 10:11

Verhalten / Charakter (Wesen):

  • treu
  • scharfsinnig
  • sehr aufgeweckt

Kopf:

  • Schädel:
    • Stirn breit
  • Stop:
    • deutlich, mit einer leicht ausgeprägten Furche

Gesicht:

  • Nase:
    • schwarzer Nasenschwamm erwünscht
    • Nasenrücken gerade
  • Fang:
    • mäßig dick
    • verjüngt sich allmählich
  • Lefzen:
    • straff
  • Kiefer / Zähne:
    • kräftige Zähne
    • Scherengebiss
  • Backen:
    • gut entwickelt
  • Augen:
    • verhältnismäßig klein
    • dreieckig
    • von dunkelbrauner Farbe
    • der äußere Augenwinkel ist leicht angehoben
  • Ohren:
    • verhältnismäßig kleines, dreieckiges, leicht nach vorne geneigtes, aufgerichtetes Stehohr
  • Hals:
    • dick
    • kräftig
    • zum Kopf und zum Körper gut proportioniert

Körper:

  • Rücken:
    • gerade und kräftig
  • Lenden:
    • breit und muskulös
  • Brust:
    • tief
    • Rippen mäßig gewölbt
  • Bauch:
    • gut aufgezogen
  • Rute:
    • hoch angesetzt
    • dick
    • gut eingerollt oder in sichelförmiger Haltung getragen
    • bei hängender Rute reicht die Spitze fast bis zum Sprunggelenk

Gliedmaßen:

  • Vorderhand:
    • von vorne gesehen vordere Gliedmaßen gerade
  • Schulterblatt:
    • mäßig schräg
  • Ellenbogen:
    • dicht am Körper anliegend

Hinterhand:

  • Oberschenkel:
    • lang
  • Unterschenkel:
    • kurz, aber gut entwickelt
  • Sprunggelenk:
    • dick und robust

Pfoten:

  • Zehen eng aneinanderliegend und gut gewölbt
  • Ballen hart und elastisch
  • Krallen hart und vorzugsweise von dunkler Farbe

Gangwerk:

  • leichtfüßig und flink

Haarkleid:

  • Haar:
    • das Deckhaar ist hart und gerade
    • die Unterwolle ist weich und dicht
    • an der Rute ist das Haar etwas länger und abstehend
  • Farbe:
    • rot
    • schwarzloh
    • sesam
    • schwarz-sesam
    • rot-sesam

Definition der Farbe „sesam“:

  • Sesam:
    • gleichmäßige Mischung von weißen und schwarzen Haaren
  • Schwarz-sesam:
    • mehr schwarze als weiße Haare
  • Rot-sesam:
    • Grundfarbe rot
    • Mischung mit schwarzen Haaren

Alle angeführten Farben müssen „urajiro“ aufweisen. „Urajiro“= weißliches Haar seitlich am Fang und an den Backen, unter dem Fang, an der Kehle, an der Brust und am Bauch, an der Unterseite der Rute und an der Innenseite der Gliedmaßen.

Größe:

  • Widerristhöhe:
    • für Rüden: 40 cm
    • für Hündinnen: 37 cm

Eine Abweichung von plus oder minus 1,5 cm wird toleriert.

Fehler:
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

  • hündinnenartige Rüden, rüdenartige Hündinnen
  • Vor- und Rückbiss
  • zahlreiche fehlende Zähne
  • Ängstlichkeit

Ausschließende Fehler:

  • nicht aufrecht getragene Ohren
  • hängend getragene oder kurze Rute

vom japanischen Kaiserreich