Prägung und Erziehung der Welpen

Jeder neue Hundebesitzer entscheidet mit dem Kauf seines Welpen selbst, ob es ein schneller, unüberlegter und vielleicht auch eine preiswerte  Anschaffung wird. Hier gibt es oft bei der Erziehung die meisten Probleme die dann auch sehr kostspielig werden können.

Damit Sie auf ein neues Familienmitglied gut vorbereitet sind, sollten Sie sich wie bei einer eigenen Geburt gut vorbereiten.

Die Entwicklung, Prägung und Erziehung eines Hundes beginnt schon bei der Partnerwahl und dann  bei der Geburt.  Hier hat der Züchter in der Regel einen 24 Stunden-Job und das für die nächsten 8 Wochen.

Sind die Welpen geboren, dann zieht die Hundemama mit ihren Kleinen und auch wir in das Welpenzimmer.  In der Wurfbox wird sie nun ihre Kleinen rund um die Uhr hegen und pflegen. In den ersten zwei Wochen, können sie noch nicht sehen und hören, aber fühlen und riechen. Wenn wir sie auf unsere Brust legen, hören sie das Vibrieren unserer Stimme und nehmen auch den Geruch war. So werden sie auf ihre Mama und auf uns geprägt.  Die Welpen  werden  von uns  gestreichelt,  und an den Pfoten, After, Maul  abgetastet.  Die Hunde müssen sich später auch von Fremden( z.b. Tierarzt , Zuchtrichter, Kinder)  anfassen lassen können, ohne zu knurren oder zu schnappen.   Das tägliche Wiegen der Welpen , sowie die tägliche Reinigung der Wurfbox gehören zu unseren Aufgaben.  Wir schauen auch, dass sich alle möglichst gleich entwickeln. Notfalls legen wir den Einen oder anderen Welpen zusätzlich an die „Futtertränke“ der Mama .

Solange wie die Hundemutter Milch hat, füttern wir nicht zu. Das kann bis zur 6.-7. Woche gehen. Aika hatte soviel Milch, dass wir ab der 6,5 Woche etwas zugefüttert und ab der 7. Woche dann die vollen Mahlzeiten ersetzt haben. Die Welpen haben dennoch bis zur Abgabe bei der Mama gesäugt.

Eine Rotlichtlampe nutzen wir nicht. Wir wollen ,dass alle Welpen nach ihren Instinkt sich die Wärme bei der Mutter oder eben untereinander holen. In einem beheizten Raum ist das auch nicht notwendig. Die erste Entwurmung erfolgt dann bereits ab dem 10. Tag und wird bis zu 4x weitergeführt.

Ab der zweiten Woche, öffnen sich dann langsam die Augen und die Ohren. Dann kann jeder Welpe bereits die Altagsgeräusche wahrnehmen. Hier lassen wir dann schon die Zimmertür auf, um die täglichen Geräusche von Staubsauger, Waschmaschine, Fernseher,  Radio , bellende Hund usw, zu integrieren.

Die Welpen werden ab dieser Zeit, schon immer mit ihren Namen angesprochen und gerufen. (Namen werden schon im Vorfeld vom neuen Hundebesitzer ausgewählt)

Die Prägephase beginnt mit der 4.-7/8. Woche

Hier ist es wichtig, dass die Welpen so viel wie möglich kennen lernen z.B.

-Das Kennenlernen von verschiedenen Menschen, Stimmen und Gerüchen
-Gestreichelt und überall berührt zu werden
-Welpengerechtes Spielzeug
-Farbige Gegenstände, unterschiedliche Materialien
-Radiomusik
-Geräusche wie Telefonklingeln, fließendes Wasser, Staubsauger, herunterfallende Gegenstände (behutsam!)
-Erste Ausflüge in den Garten; Kennenlernen von Gras, Erde, Sand, Sonnenlicht.

Ab der 4. Woche geht es dann ab ins Freie. Auch bei Minustemperaturen, werden die Welpen ca. alle 2 Stunden für wenige Minuten in den Auslauf gesetzt. Hier lernen sie schnell, sich zu entleeren. Stubenrein sind sie dann schon zwei Tage später. Das funktioniert jedoch nur, wenn man ab dem ersten Tag, wirklich alle 2 Stunden (auch die Nacht!) ins Freie geht.

Die Prägephase ist für jeden Welpen sehr wichtig!!!  Hier wird für die Entwicklung des Hundes oft der Grundstein gelegt.

Es ist nun wichtig, dass die Welpen auf verschiedenen Untergründen laufen (Parkett, Fliesen, Gitter, Teppich usw.) Verschiedene Spielzeuge mit verschiedenen Klanggeräuschen (z.b. mit Steine gefüllte Büchsen, Plastikflaschen, Tüten, Bälle, Kuscheltiere) sollten nun angeboten werden. Die Mama fängt zu dieser Zeit ebenso an, mit den Welpen zu spielen und auch sie zu Recht zu weisen.

Zu dieser Zeit, sollten nun auch die neuen Besitzer ihre kleinen Schützlinge besuchen kommen. Der erste Kontakt ist für alle sehr wichtig. Hier kann man viele Dinge für die Zukunft schon klären und auch schauen, ob alle gut zusammen passen.

Jeder neue Besitzer hat meistens Hobbys, die nun mit Hund genauso funktionieren sollten. Hier kann man bereits im Vorfeld schon als Züchter gut drauf eingehen und die Welpen prägen.

Nun wird jede Woche immer interessanter.

Die Welpen lernen jeden Tag etwas neues. Wir sind da als Züchter sehr kreativ. Die Zeit des Wachseins der Welpen, wird von uns intensiv genutzt, aber wir überfordern sie nicht.  Die Ruhephasen sind wichtig, um die neuen Eindrücke zu verarbeiten.

Unter A Wurf, könnt ihr da entsprechende Bilder, Videos und Texte finden.

Wir rufen jeden einzelnen Welpen immer beim Namen und nehmen sie erst hoch, wenn sie zu uns kommen. So lernen die Kleinen sehr schnell ihren Namen und vor allem den Abruf.

Unsere Nachbarn aus dem Dorf, helfen uns immer intensiv dabei, um auch die Welpen zu  sozialisieren. Sie kommen mit Kinderwagen und ihren Kindern schauen, oder mal mit dem Fahrrad. Selbst Nordic-Walker laden wir ein, damit auch diese Geräusche den Welpen nicht mehr erschrecken. Wir fahren Auto, oder auch mal mit dem Hundewagen. Es ist einfach schön zu sehen, wie unerschrocken alle Welpen die Welt erkunden.

Die Sozialisierungsphase (8./9. bis 12. Lebenswoche)

In der Sozialisierungsphase haben die Welpen ihre größte Lernfähigkeit. Sie erforschen ihre Umwelt jetzt intensiv und erlernen spielerisch soziale Verhaltensweisen.  Wir geben unsere Welpen deshalb in dieser Phase mit 8-max. 9 Wochen ab.

In diesem Zeitraum erlebt der Welpe eine Vielzahl neuer Eindrücke. Nicht selten machen ihm unbekannte Situationen oder Gegenstände Angst, daher ist es sehr wichtig, ihn nicht zu überfordern. Er benötigt immer noch sehr viel Schlaf, um seine Erlebnisse zu verarbeiten und neue Kraft schöpfen zu können. Dennoch muss der junge Hund die Gelegenheit bekommen, so viele Dinge wie möglich kennenzulernen. Elemente des “Lernprogramms” können z. B. sein:

-Weiterhin Gewöhnung an optische und akustische Reize, z. B. das Aufspannen eines Regenschirms, fliegende Luftballons, Kindergeschrei
-Kontakt mit Kindern, alten Menschen, Rollstuhlfahrern, Menschen mit Gehstöcken etc.
-Behutsames Kennenlernen anderer Hunde
-Kennenlernen anderer Tiere
-Zeigen von Gegenständen wie Fahrrädern, Gießkannen, Staubsaugern, Plastikplanen
-Ausflüge in die Natur, z. B. in den Wald oder auf die Felder
-Erste Unternehmungen wie Einkäufe, Restaurantbesuche, Zoobesuche, Straßenbahnfahrten etc.

Da unsere Welpen, die meisten Elemente aus dem Lernprogramm bereits kennen, ist es nun wichtig, dass die neuen Hundeeltern daran anknüpfen und festigen.

Unsere Welpen verlassen uns und ihre Mama als stubenreine, neugierige und aufgeschlossene Welpen, die bereits auf ihren Namen hören. Die Zeit sollte nun von jedem neuen Hundebesitzer intensiv genutzt werden, um einen angstfreien, freundlichen, vielleicht auch freilaufenden Shiba als neues Familienmitglied für die nächsten 15 Jahre (oder auch länger) zu haben. Alles was jetzt in der 8.-12. Woche erlernt  und Positiv vermittelt wird, gilt als Grundstock für den angenehmen Charakter des Shibas.

Damit jeder neue Hundebesitzer weiß, wieviel Zeit er in den nächsten Wochen benötigt, hier einen kurzen Auszug über Wach- und Schlaf-/Ruhephasen der Welpen.

Nach der Nachtruhe ca. 5.30 / 6.00  Uhr Gassi gehen, dannach Beschäftigung, mit Spielen oder Üben
ca. 8.00 Uhr bis Mittag sollte der Welpe schlafen /ruhen.
Mittag Gassi gehen , Spielen, Üben
ca. 14.00 Uhr -17.00 Uhr Schlafen/ruhen
ca. 17.00 Uhr Gassi gehen, Spielen, Üben
ab ca 19.00 Uhr   nochmal kurz Gassi gehen und dann Schlafen/ruhen oder kuscheln mit den Hundeeltern.
gegen 23.00 Uhr nochmal Gassi gehen. Nachtpause.

Die Zeiten sind selbstverständlich nur Richtwerte. Jeder Hund kann sich an den Tagesablauf der Hundeeltern gewöhnen. In der Welpenzeit muss man nur wissen, dass der Hund nicht schon 6 Stunden allein bleiben kann.

Ein Hund sollte generell zw. 18-20 Stunden am Tag ruhen. Welpen sind niedlich und man vergisst oft, dass sie noch viel Schlaf benötigen.

Rangordnungsphase (13.-16.Lebenswoche)

Ab der 13. bis hin zur 16. Woche beginnen Welpen ihren Rang im Rudel (Mensch-Hund) zu erkunden, manchmal auch kämpferisch. Hier ist es wichtig dem Welpen zu zeigen was richtig ist. Lassen Sie Ihren Welpen nicht als erster durch Türen gehen, bestimmen wann und wo gespielt und gestreichelt wird, sein Futter oder Schlafplätze verteidigen, … sondern stellen Sie klare Regeln auf, die Sie konsequent durchsetzen. Diese Maßnehmen unterstreichen Ihre Souveränität als Rudelführer und Ihr Welpe wird Ihnen in allen Situationen unenigeschränkt vertrauen.
Versuchen Sie bei der Erziehung so vorzugehen, dass dem Hund nur eine Möglichkeit bleibt, nämlich den richtigen Weg zu gehen. Verhindern Sie, dass er Fehler machen kann! Wer von meinen Welpenkäufern genauere Informationen in diese Richtung haben möchte der kann gerne mit mir in Verbindung treten.

Fortsetzung folgt.

 

vom japanischen Kaiserreich